Vestibularsyndrom Hund

Das Vestibularsyndrom bei Hunden

Das Vestibularsyndrom bei Hunden ist eine Erkrankung, welche den Gleichgewichtssinn des Tieres stört. Dabei befällt es den Vestibularapparat, welcher sich im Innenohr befindet und dem Hund seine Position im Raum angibt. Dadurch kann sich der Vierbeiner gezielt bewegen, das Gleichgewicht behalten und auch orientieren. Das Vestibularsyndrom beim Hund kommt in unterschiedlichen Formen vor und ist weit verbreitet. Doch was sind die Ursachen? Und wie wird es behandelt? Das und mehr klären wir Folgenden bei anivigo.de.

Woher kommt das Vestibularsyndrom beim Hund?

Das Gleichgewichtsorgan sitzt bei Hunden an derselben Stelle wie bei uns Menschen und besitzt auch dieselbe Funktion. Mithilfe dessen werden Bewegungsabläufe koordiniert und ermöglicht eine Orientierung im Raum. Das Vestibularsyndrom beim Hund stört dieses Organ und hindert seine Funktion.

Diese Erkrankung gibt es in drei unterschiedlichen Varianten, die nach der auslösenden Ursache kategorisiert werden – das zentrale, das periphere und das idiopathische Vestibularsyndrom.

Die zentrale Variante dieser Krankheit hat meistens durch Infektionen wie Staupe, Entzündungen oder Läsionen als Ursache. Häufiger jedoch tritt das periphere Vestibularsyndrom auf. Probleme in der Nähe des Innenohres sind der Auslöser dafür, wie zum Beispiel eine Mittelohrentzündung, Tumore oder Polypen. Dadurch wird der Vestibularapparat direkt negativ beeinflusst.

Bei älteren Hunden können meistens nur degenerative Prozesse als Ursache aufgeführt werden. Diese können durch Durchblutungsstörungen oder Vergiftungen durch Medikamente entstehen. Da die genaue Ursache hierbei nicht abschließend geklärt ist, wird diese Form auch idiopathisches Vestibularsyndrom genannt.

Das Vestibularsyndrom beim Hund kann entweder das Innenohr oder das Gehirn betreffen. Sollte es auf ein Problem im Innenohr zurückzuführen sein, so reagiert das Tier meistens normal, kann die eigenen Pfoten normal vorwärts und zurück bewegen und legt keine Lähmungserscheinungen an den Tag. Zittern die Augen des Hundes, so ist das auch ein Hinweis auf ein Problem im Innenohr.

Diese Ursachen sind meistens Auslöser für Probleme im Innenohr:

  • Eine Innenohrentzündung
  • Eine Schilddrüsenunterfunktion
  • Schäden und/oder Vergiftungen durch Medikamente
  • Hohes Alter (degenerativer Prozess)
  • Traumata
  • Tumore

Ist das Gehirn von dem Vestibularsyndrom bei Hunden betroffen, so gibt es auch hier zahlreiche Ursachen. Diese können sein:

  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Erbliche Veranlagungen
  • Hirnhautentzündung
  • Hirnentzündung

Wie erkenne ich das Vestibularsyndrom bei meinem Hund?

Das Vestibularsyndrom beim Hund äußert sich in verschiedenen Symptomen. Diese fallen je nach dem Stadium und der Schwere der Erkrankung unterschiedlich aus. Vor allem bei einem leichten Verlauf können die Symptome oftmals nur schwer zugeordnet werden. Betroffene Tiere gehen dann nämlich meistens gut mit der Erkrankung um und können ihr bisheriges Leben normal weiterführen. Oftmals ist dann nur ein leicht unsicherer Gang zu erkennen.

Die häufigsten Symptome eines Vestibularsyndroms beim Hund sind Störungen des Gleichgewichts und der Koordination. Betroffene Hunde können kaum noch in gerade Linie laufen, schwanken wie Betrunkene oder laufen sogar im Kreis. Im schlimmsten Fall ist ein eigenständiges Gehen kaum noch möglich. Weitere Anzeichen sind:

  • Unkontrollierte Augenbewegung
  • Schielen
  • Orientierungsprobleme
  • Schwindel
  • Erbrechen und Übelkeit
  • Nahrungsverweigerung
  • Schief gehaltener Kopf

Zudem kann es sein, dass einseitige neurologische Ausfallerscheinungen auftreten. Die Symptome treten dabei meistens von jetzt auf gleich auf. Damit überraschen sie sowohl deinen Hund als auch dich selbst.

Die Anzeichen eines Vestibularsyndroms beim Hund lassen sich mit denen eines Schlaganfalls beim Menschen vergleichen. Dieser Vergleich kann es dir vielleicht einfacher machen, Symptome zu erkennen und zu deuten. Wenn Du die Vermutung hast, dass dein Vierbeiner unter dieser Erkrankung leiden könnte, dann solltest Du einen Tierarzt aufsuchen.

Wie wird das Vestibularsyndrom beim Hund behandelt?

Um ein Vestibularsyndrom beim Hund zu diagnostizieren braucht der Tierarzt meistens nur die Symptome beobachten. Anschließend muss, wenn möglich, nur noch die Ursache herausgefunden und die Lokalisation des Problems durchgeführt werden. Dazu werden zum Beispiel Fremdkörper, Infektionen oder Entzündungen differentialdiagnostisch ausgeschlossen. Je nach Stand der Diagnose können zudem Blutuntersuchungen oder eine Untersuchung der Gehirnflüssigkeit nötig sein. Ein CT oder MRT kann auch bei der abschließenden Diagnose helfen.

Die Behandlung baut dann auf der Diagnose und der Grunderkrankung auf. Zentrale Vestibularsyndrome beim Hund sind meistens auf schwerwiegende Erkrankungen zurückzuführen, welche zudem oftmals auch schwer zu behandeln sind. Die periphere Form hingegen wird häufiger wieder gut in den Griff bekommen.

Ist die Ursache jedoch nicht klar, so werden die Symptome behandelt, der Kreislauf des Tieres unterstützt und die Durchblutung gefördert. Schwindel, Übelkeit und Erbrechen werden durch entsprechende Medikamente behandelt. Ziel hierbei ist es, den betroffenen Hund vor der Immobilität zu retten. Meistens können so die Symptome fast ganz unterdrückt werden, bis oftmals nur noch eine leichte Schiefhaltung des Kopfes überbleibt. Betroffene Hunde können mit dieser Krankheit in der Regel sehr gut Leben und erfahren keine Beeinträchtigung in ihrer Lebensqualität.

Was kann ich beim Vestibularsyndrom meines Hundes tun?

Sollte dein Hund am Vestibularsyndrom leiden, kannst Du zum Glück in einigen Dingen unterstützen. Neben ausreichend Ruhe ist es wichtig, dass Du die Mobilität deines Hundes erhältst – vor allem bei älteren Hunden.

Sollte dein Hund Probleme mit dem Stehen und Gehen haben, dann hilf ihm dabei. Nimm dafür zum Beispiel ein Handtuch unter den Bauch deines Hundes und halte es mit beiden Händen. So kannst Du eventuelle Stürze deines liebsten Vierbeiners verhindern. Er kann sich dann ganz auf das Stehen und Gehen konzentrieren.

Wenn es deinem Hund nicht mehr möglich ist, sich problemlos zu bewegen, dann solltest Du dennoch seine Gelenkbeweglichkeit bewahren. Dafür kannst Du seine Gliedmaßen in die Streckung und die Beugung führen, während er liegt.

Du hast Fragen zum Vestibularsyndrom beim Hund oder anderen Themen um das Leben mit Vierbeinern? In unserem Magazin findest Du bestimmt die richtigen Antworten. Dort haben wir Beiträge zu vielen interessanten Themen rund um den Hund. Nimm auch gerne zu uns Kontakt auf. Unser kompetentes Team hilft dir gerne weiter.

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