Pitbulls Hunderasse

Der American Pit Bull Terrier – Rasseprofil von anivigo.de

Als Pit Bulls werden viele verschiedene Hunde bezeichnet, wie zum Beispiel der Staffordshire Bull Terrier, dem American Staffordshire Terrier oder der American Bully. Der echte Pit Bull ist jedoch der American Pit Bull Terrier. In Europa ist der American Staffordshire Terrier am weitesten verbreitet.

Was alle diese ähnlichen Hunderassen gemeinsam haben ist, dass sie als gefährliche Kampfhunde verrufen sind. Doch wieviel Wahrheit steckt wirklich dahinter? Im Folgenden werfen wir von Anivigo.de einen genaueren Blick mit dir auf diese Hunderasse:

  • Geschichte
  • Aussehen
  • Charakter
  • Erziehung
  • Haltung
  • Ernährung
  • Gesundheit und Pflege
  • Ein Pit Bull für mich?

Woher kommt der American Pit Bull Terrier?

Wie sein Name bereits erahnen lässt, liegt der Ursprung des American Pit Bull Terrier wie wir ihn heute kennen in Amerika. Dort stammt er sehr wahrscheinlich von dem britischen Bull und Terrier ab, einer mittlerweile ausgestorbenen Hunderasse. Dieser wurde Anfang des 19. Jahrhundert in dem Vereinigten Königreich als Kampfhund für den Blutsport, aber auch für die Rattenjagd gezüchtet. Dabei wurden die Hunde zum Beispiel auf Ratten gehetzt und mussten so viele davon in einer bestimmten Zeit töten. Auch gegeneinander kämpften die Pit Bulls oftmals bis zum Tod. Um dieses Zuchtziel zu erreichen, wurden verschiedene Terrier Rassen mit der aggressiven Englisch Bulldogge gekreuzt. Dadurch entstand der schnellere und wendigere Bull-und-Terrier, der Vorfahre des American Pit Bull Terriers und auch aller anderen Terrier Arten.

Im Jahre 1989 wurde der American Pit Bull Terrier erstmals von dem American Kennel Club, dem Pardon zu dem FCI, als eine eigenständige Hunderasse anerkannt. 1935 folgte dann die Anerkennung des American Staffordshire Terriers.

Die Zucht des American Pit Bull Terriers zielte über Jahrzehnte auf den Kampfsport ab. Selbst nachdem dieser erst im Vereinigten Königreich, dann in den USA verboten wurde. Dabei wurden Hunde bevorzugt, die gegenüber anderen Hunden und Tieren aggressiv reagierten und eine niedrige Reizschwelle besaßen. Wie der Hund aussah, was nebensächlich. Das ist der Grund dafür, wieso sich die unterschiedlichen Pit Bull Arten so ähnlichen sehen. Bis heute ist diese Hunderasse nicht durch den größten internationalen Dachverband für Hundezucht, dem FCI, nicht anerkannt worden.

Heutzutage wird der Pit Bull oftmals als Oberbegriff für alle möglichen Kampfhunde verwendet. Trotz zahlreicher Verbote von brutalen Hundekämpfen weltweit, werden diese Hunde immer noch speziell für diese gezüchtet. Durch seine Eigenschaften findet der Pit Bull international Verwendung auf beiden Seiten des Rechtes – Kriminelle setzen ihn zur Einschüchterung und bei Kämpfen ein, Polizei und Grenzschutz als Drogenspür- und Diensthund.

Wie sieht ein American Pit Bull Terrier aus?

Die American Pit Bull Terrier ist mit bis zu 27kg und 53cm Schulterhöhe ein kompaktes Muskelpaket und gilt als mittelgroßer Hund. Das auffälligste Merkmal dieses Hundes: Der „bullige“ Kopf. Die Hängeohren stehen halbaufrecht von diesem ab. Um dem American Pit Bull Terrier ein gefährlicheres Aussehen zu geben, werden seine Ohren teilweise kupiert. Diese Praxis ist glücklicherweise jedoch in fast ganz Europa verboten.

Das Fell des Pit Bulls kann beinahe jede Farbe besitzen und ist sehr kurz. Es ist glänzend und liegt glatt am Hundekörper an. Da der American Pit Bull Terrier und der American Staffordshire Terrier für denselben Zweck und von demselben Vorfahren gezüchtet wurden, sehen sich die beiden zwangsläufig sehr ähnlich.

Im Großen und Ganzen besitzt dieser Hund einen sportlichen und kräftigen Körperbau, der zugleich aber auch eine gewisse Eleganz ausstrahlt.

In Europa sind oftmals Mischlinge aus verschiedenen Terrier Rassen zu finden. Dies macht eine genaue Einreihung in eine spezifische Hunderasse meistens unmöglich.

Wie ist der Charakter des American Pit Bull Terriers?

Der American Pit Bull Terrier hat seinen schlechten Ruf nicht nur dem Erbe seiner brutalen Zucht zu verdanken. Auch verantwortungslose Halter haben ihn über die Jahre in Verruf gebracht. Eins stimmt: Ist ein American Pit Bull Terrier schlecht erzogen und sozialisiert, zeigt er schnell Aggressivität gegenüber anderen Tieren und auch Menschen. Durch seine unerschrockene und kampfbereite Art und seinen muskulösen und starken Körper kann er dann schnell zu einer Gefahr werden.

Doch trotz dieser Merkmale ist der American Pit Bull Terrier dem Menschen im Grunde sehr unterordnungsbereit. Dies ist auch Folge der Zucht zum Kampfhund. Wurden die Vierbeiner in einem „Pit“ gegeneinander angesetzt, waren die Hundebesitzer die einzigen, die sie wieder voneinander trennen konnten. Sollte ein Kampf also beendet werden, musste der Hund trotz seiner aggressiven Art auf sein Herrchen hören können.

Wie bei den meisten Hunderassen geht auch vieles beim Charakter des American Pit Bull Terriers auf seine Erziehung und Haltung zurück. Wird ein Pit Bull sorgfältig und liebevoll sozialisiert, ist der Kampfhund in ihm gar nicht wieder zu erkennen. Dann zeigen sich andere Wesenszüge, wie zum Beispiel ein sanftes Gemüt und hohe Intelligenz. Aber auch eine ausgeprägte Verspieltheit und Bewegungslust macht ihn dann zu einem großartigen Familienhund. Kindern gegenüber ist er sehr liebevoll und ein treuer Begleiter.

Wie wird ein American Pit Bull Terrier richtig erzogen?

Zuallererst: Der American Pit Bull Terrier ist kein Hund für unerfahrene Anfänger. Wenn Du noch keine Erfahrung mit der Erziehung von Hunden hast, dann solltest Du die Finger von dieser Hunderasse lassen.

Der American Pit Bull Terrier und auch alle anderen Pit Bull Rassen brauchen einen besonnenen, erfahrenen und auch strikten Hundehalter. Um eine erfolgreiche Sozialisation gewährleisten zu können, muss diese bereits so früh wie möglich beginnen. Der Kontakt zu Menschen und anderen Hunden im Welpenalter ist daher sehr wichtig. Die Erziehung muss immer konsequent und für den Hund eindeutig sein, aber auch liebevoll. Natürlich sollte die Führung absolut gewaltfrei ablaufen, da von der Ethik abgesehen so auch schneller die eigentlichen Zuchtmerkmale zu Tage kommen. Dann wird der American Pit Bull Terrier versuchen, dich ihm mit größerer Aggressivität unterzuordnen und so in der Rangordnung an erster Stelle zu stehen. Die Folgen davon können schwerwiegend sein, sowohl für den Hund als auch für seinen Halter und andere Mitmenschen.

Wir empfehlen: Besuche mit deinem American Pit Bull Terrier so früh wie möglich eine Welpen Spielstunde. So kann er sich an den Kontakt mit anderen Hunden und einen guten Umgang mit diesen gewöhnen. Auch solltet ihr gemeinsam eine Hundeschule aufsuchen. So lernt ihr beide den richtigen Umgang miteinander und eine optimale Sozialisation kann gewährleistet werden.

Du möchtest mehr zu verschiedenen Hundesportarten erfahren? Schau doch mal in unserem Magazin vorbei. Dort haben wir dir die beliebtesten zusammengefasst.

Gibt es Besonderheiten bei der Haltung eines American Pit Bull Terriers?

Der American Pit Bull Terrier besitzt zwar nicht das hohe Energielevel vieler anderer Hunderassen seiner Größe, doch überrascht er Hundefreunde regelmäßig mit seiner Vielfältigkeit. Er hat Freude an vielen verschiedenen Sportarten und Aktivitäten. Das ist gut, denn er braucht auch regelmäßigen Auslauf, auch um den engen Kontakt zu seinem Hundebesitzer aufrecht zu erhalten.

Agility eignet sich besonders als Hundesportart für einen American Pit Bull Terrier. Jedoch solltest Du darauf achten, dass häufiges Springen vermieden wird. Aufgrund des Gewichtes des Hundes kann es dabei schneller zur einer Hüftdysplasie kommen. Um keine unerwünschten Anlagen zu verstärken, sollte ein großer Bogen um Schutzhundesporte gemacht werden.

Pit Bulls werden in Amerika oftmals als Such- und Rettungshunde eingesetzt. Wenn Du also eine Ausbildung für deinen Hund suchst, dann eignet er sich am besten für eine dieser.

Wie sollte sich ein American Pit Bull Terrier ernähren?

Die Ernährung deines American Pit Bull Terriers bestimmt den Großteil seines gesundheitlichen Zustands. Achte daher besonders auf eine artgerechte Fütterung. Der Anteil an Fleisch sollte sehr hoch sein. Daher eignet sich zum Beispiel das Barfen sehr gut für diesen Hund. Mehr dazu in einem eigenen Magazinthema auf anivigo.de.

Als Welpe solltest Du deinen American Pit Bull Terrier vier kleine Mahlzeiten täglich zu Fressen geben. Es gibt spezielles Welpenfutter, welches alle wichtige Nährstoffe und Vitamine enthält. Dem adulten Hund reichen zwei Portionen am Tag. Nach dem Fressen ist eine kleine Verdauungspause wichtig.

Wie viel Du deinem Pit Bull zu Fressen gibst, hängt von einigen Faktoren ab – Dem Alter, Gewicht und Aktivitätslevel. Auf fast alle Futterpackungen schreiben die Hersteller Angaben zur groben Orientierung.

Wichtig: Wenn Du deinem Hund gelegentlich ein Leckerbissen gibst, ist das kein Problem. Besonders zur positiven Verstärkung ist dies sogar gewünscht. Die gegebene Menge muss dann aber von der täglichen Futtermenge abgezogen werden, um ein Übergewicht zu vermeiden.

Wenn Du von einem Futtermittel auf ein anderes umsteigen möchtest, dann musst Du dies mit einem fließenden Übergang tun. Ein abrupter Wechsel kann Überempfindlichkeitsreaktionen hervorrufen. Auch solltest Du darauf achten, dass sowohl das alte als auch das neue Futter von derselben hohen Qualität sind.

Gesundheit und Pflege des American Pit Bull Terriers

Der American Pit Bull Terrier besitzt ein kurzes und somit relativ pflegeleichtes Fell. Es genügt, wenn Du es einmal die Woche gründlich bürstest. Fange mit diesem wöchentlichen Ritual bereits im Welpenalter an, damit sich dein Hund daran gewöhnen kann. So kann dein Pit Bull diese Pflegeeinheit schon früh genießen lernen.

Für die Zahnpflege solltest Du auch regelmäßig sorgen. Putze deinem Hund dafür täglich, oder mehrmals die Woche die Zähne. Dafür kannst Du eine spezielle Hundezahnbürste verwenden. Fange auch hiermit so früh wie möglich an.

Da sich die Hautflora bei Hunderassen mit kurzem Fell nur sehr langsam erneuert, solltest Du von häufigen Badeeinheiten absehen. Wenn es dann doch einmal nötig ist, verwende ein spezielles mildes Hundeshampoo.

Wie viele mittelgroße und große Hunderassen besitzt auch der American Pit Bull Terrier eine Neigung für Hüft- und Ellenbogendysplasien. Durch entsprechende Zuchtuntersuchungen kann das Risiko jedoch größtenteils ausgeschlossen werden. Eine Neigung zu der caninen Demodikose ist auch vorhanden. Diese Hautkrankheit wird durch die Haarbalgmilbe ausgelöst. Auch einige Allergien äußern sich in Hautirritationen.

Ein Übergewicht deines Hundes sollte auf jeden Fall vermieden werden. Viele gesundheitliche Erkrankungen, wie zum Beispiel die Hüftarthrose, können auf ein zu hohes Gewicht zurückgeführt werden.

Mit guter Ernährung und einer gesunden Lebensweise kann der American Pit Bull Terrier gut und gerne zwölf Jahre alt werden.

Ein Pit Bull für mich? – Überlegungen vor dem Kauf

Vor dem Kauf eines Pit Bulls sollten dir einige Dinge bewusst werden. Da der American Pit Bull Terrier keine anerkannte Hunderasse in Europa ist, wirst Du auch keinen regulären Züchter für diesen finden. Wenn Du ernsthaftes Interesse hast, könntest Du stattdessen einen American Staffordshire Terrier wählen. Dieser besitzt beinahe dieselben Ansprüche wie ein Pit Bull und ist von der FCI als Hunderasse anerkannt.

Dir sollte zudem bewusst sein, dass es in der Öffentlichkeit eine kritische Wahrnehmung des Pit Bulls existiert. Die Haltung eines solchen ist oftmals mit strengen Auflagen verbunden. Auch können höhere Hundesteuern anfallen. Einreiseverbote in einige Länder existieren auch, wie zum Beispiel nach Frankreich oder Großbritannien. Dafür muss dein Hund nicht einmal ein American Pit Bull sein, sondern nur ein ähnliches Aussehen besitzen.

Erkundige dich am besten vor dem Kauf noch einmal ausführlich über alle Auflagen und Vorschriften zu der Haltung von American Pit Bulls in deiner Stadt / deinem Bundesland. Eine Berechnung der monatlichen kosten ist auch eine gute Idee.

Du hast Fragen oder Anliegen? Kontaktiere unser äußerst kompetentes Team – sehr gerne helfen wir dir weiter.

Spannende Informationen zu vielen weiteren Themen findest du in unserem Magazin.

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